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news >> 2014 >> 090727_01

27.07.2009

Mit Nazis online diskutieren

Der Tag an dem Mike Sandow verstummte

Pinnow (ipr) Seit dem 15. Juli 2009 ruhen die Diskussionen in zwei Gesprächssträngen (Threads) des Internetforums der Stadt Biesenthal über die Nutzung des ehemaligen Stasigeländes und Asylbewerberheims für rechtsextremistische Musikkonzerte.

Gemeinsam mit zwei weiteren NPD-nahen Personen hatte sich Mike Sandow rege an den Diskussionen im Netz beteiligt und versucht, sie in eine Propagandaveranstaltung der NPD umzumünzen. Zwei Fragen reichten dann aus, den sonst gar nicht maulfaulen NPD-Kandidaten für die Bundestagswahlen im Wahlkreis Uckermark/Barnim und Biesenthaler Stadtverordneten verstummen zu lassen.

Nachdem er geäußert hatte, dass er nichts gegen Ausländer habe, bezog er Position: „Ich stehe für ein Europa der Vaterländer, in dem jedes Volk in seinen geschichtlich gewachsenen Regionen und Kulturkreisen lebt. Die Vermischung der Völker zu einem langweiligen und einheitlichen ‚Völkerbrei’, der lediglich dazu dient, dem global operierenden Kapital einen ‚Einheitskunden’ zu schaffen, halte ich jedoch für falsch und völkerfeindlich.“

Daraufhin bekam er die Frage gestellt, was denn die geschichtlich gewachsenen Regionen und Kulturkreise der Deutschen seien? Der Frager mit Spitznamen aladin beschrieb sich selbst als Kind türkischer Eltern mit deutschem Pass aus Eberwalde wartete vergeblich auf eine Antwort. Dann stellte er die Frage ein zweites Mal.

Wer jetzt kurzschließt, dass Mike Sandow auf die Frage eines aus seiner Sicht „Passdeutschen“ nicht antworten würde, der irrt. Im zweiten Thread zu diesem Thema stellte aladin die Frage an Mike Sandow, der ja gleichzeitig der Geschäftsführer der Pächterfirma des ehemaligen Stasigeländes ist, was er denn nach der baurechtlichen Sperrung der Gebäude mit dem Gelände mache. Mike Sandow bestritt diese Tatsache: „Herr aladin, wenn sich ein solcher Fall einstellen sollte, so werde ich Sie rechtzeitig informieren …“. Danach zitierte aladin den Vize-Landrat Carsten Bockhardt (CDU) mit den Worten: „Das Gebäude ist für die NPD aus bauordnungsrechtlicher Sicht wertlos. Im ehemaligen Flüchtlingsheim hätten Konzerte und Schulungen baurechtlich überhaupt nicht stattfinden dürfen.“ und fragte Mike Sandow, ob er das bestreiten wolle?

Beide Antworten auf die Fragen von aladin war Mike Sandow einige Tage schuldig geblieben, und auch seine Begleiter waren seitdem im Diskussionsforum der Stadt Biesenthal nicht mehr aufgetaucht. Nachdem ersichtlich wurde, dass Mike Sandow nicht bereit war, die Fragen zu beantworten, sind beide Threads vom Webmaster geschlossen worden.

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