![]() Nachrichten, Berichte, Analysen zum Rechtsextremismus in der Uckermark |
06.04.2011 Templin: Nazis werden aktivJüdische Gedenksteine mit islamfeindlicher Propaganda beklebtTemplin (ipr) Gestern wurden von Anwohnern auf den Gedenksteinen des jüdischen Friedhofs in Templin vier Aufkleber mit rechtsextremen Parolen entdeckt. Die Aufkleber hatten einen Islamfeindlichen Inhalt "Gegen die Islamisierung. Deutschland den Deutschen" und waren mit einem Verweis auf die rechtsextreme Website „www.widerstand.info versehen. Unter dieser Web-Adresse fand sich in den vergangenen Jahren ein rechtes Nachrichtenportal, das sich mittlerweile in einen Dienstleister verwandelt hat, der mit Forum und Rundbriefen die Kommunikation unter den rechten Aktivisten fördern will und auch derartige Politaufkleber in seinem Angebot hat. Der jüdische Friedhof in Templin liegt auf einer kleinen Anhöhe vor der mittelalterlichen Stadtmauer an dem so genannten "Poetensteig". Zwei Gedenksteine und beschädigte Relikte der alten Toreinfassung erinnern an seine Existenz. Im Herbst 1988 wurde der Friedhof - soweit möglich - wieder hergerichtet und der erste Gedenkstein mit der Inschrift: "Ruhestätte der jüdischen Gemeinde Templin" aufgestellt. Immer wieder kam es zu rechtsradikal motivierten Schmierereien auf dem Gedenkstein; ebenso wurde er in den 90 er Jahren häufig umgestoßen. 20 Jahre später wurde im Rahmen eines Schulprojektes des örtlichen Gymnasiums ein weiterer Gedenkstein aufgestellt. Die Inschrift dieses Gedenksteines (hebräisch und deutsch) lautet: "Mögen ihre Seelen eingebunden sein in den Bund des Lebens." Und dazu in deutscher Sprache: "Dieser Ort erinnert an die jüdischen Bürger Templins. Ihre Namen gerieten durch Schändung und Ignoranz in Vergessenheit." Ihre Meinung |