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28.04.2011

Verfassungsschutzbericht Brandenburg 2010

Neues aus der Uckermark

Pinnow (ipr) Der Verfassungsschutzbericht Brandenburg 2010, der im März vorgestellt wurde, enthält einige interessante Aspekte und Einschätzungen, die bisher von gegenrede.info nicht beleuchtet worden sind.

Der Verfassungsschutz weist dem NPD-Ortsbereich (OB) Prenzlau im ansonsten führungsschwachen Kreisverband Barnim-Uckermark eine gewisse Ausnahmestellung zu. Im November 2010 hatte der OB-Vorsitzende Hartmut Kneider daher konsequenterweise den Vorsitz des Kreisverbandes gleich mit übernommen.

Zeitlich gibt es da kleine Widersprüche. Auf der auch vom Verfassungsschutz erwähnten Demonstration "Keine Gnade für Täter – Geborgenheit statt Angst", die am 23.10.2010 in Joachimsthal stattfand und vom Kreisverband Barnim-Uckermark organisiert worden war, hatte sich Kneider bei seiner Rede bereits als Kreisvorsitzender vorgestellt. In welche Richtung sich die Vorgänger Marco Rohde und Mike Sandow entwickelt haben, bleibt leider unerwähnt.

Neue Räume

Das Grundstück der 74-jährigen Irmgard Hack, die zu Beginn diesen Jahres aus gesundheitlichen Gründen ihr Kreistagsmandat niedergelegt hat, spielte nur bis zum Sommer 2010 eine Rolle bei den Planungen von Feierlichkeiten. Die letzte Veranstaltung in Uhlenhof (Gemeinde Uckerland) war nach Verfassungsschutzangaben eine Sonnenwendfeier am 19. Juni 2010 mit etwa 15 Teilnehmern aus der Region. Auch in diesem Jahr ist die sonst übliche Ostarafeier ausgefallen.

Stattdessen soll im ein Kilometer entfernten Jagow ein Haus mit Grundstück existieren, dass von der regionalen rechtsextremistischen Szene genutzt wird. Die bisher letzte Veranstaltung soll das regionale NPD-Sommerfest am 14. August 2010 mit etwa 50 Teilnehmern aus der Region Barnim und Uckermark gewesen sein.

Neue Gruppierungen

Der Verfassungsschutz erwähnt zwar, dass sich die Freien Nationalisten Uckermark am 2. Juli 2010 selbst versenkt haben, benennt aber nicht die Tatsache, dass dieselben Nazis auf der bereits erwähnten Demonstration in Joachimsthal unter dem Namen Nationale Sozialisten Barnim-Uckermark wieder aufgetaucht sind.

Zur Oderfront heißt es: "Auf dem Brandenburgtag am 5. September 2010 in Schwedt/Oder sind zwei Personen mit T-Shirts aufgefallen. Sie trugen die Schriftzüge 'Oderfront' (Vorderseite) und 'Die Demokraten bringen uns den Volkstod' (Rückseite). Ebenso waren Bildnisse der Stadt Schwedt/Oder (UM), des Bürgermeisters und eines Landtagsabgeordneten der SPD aufgedruckt.

Es wurden Strafanträge wegen Beleidigung gestellt. Bereits in den Vormonaten wurden Personen mit ähnlich bedruckten T-Shirts festgestellt. Ob weiterhin mit der 'Oderfront' zu rechnen sein wird, bleibt abzuwarten." Die Volkstod-Sprühaktion in Schwedt werden zwar im Verfassungsschutzbericht erwähnt, werden aber nicht direkt mit der Oderfront in Zusammenhang gebracht. Die Schmieraktionen ihrer rechten Kameraden in Angermünde werden gar nicht erwähnt.

Neue Band

Interessant ist das Auftauchen einer neuen Musikgruppe in der Uckermark "Hallgard". Hallgard ist eigentlich ein Frauenname und bedeutet soviel wie Stein und Schutz. Es wird im Bericht lediglich der Name erwähnt und als Ort Uckermark angegeben. Im Nazi-Forum thiazi.net (http://forum.thiazi.net/showthread.php?t=177641) findet sich eine recht positive Besprechung einer Demo-CD "Hallgard-Demo 09" dieser Nazi-Gruppe, Auflage 400 CDs. Sieben Titel sollen sich auf der 28 Minuten CD befinden: 1. Ode an Pasewalk, 2. Wikinger, 3. Ahnenlied, 4. Kalter Fluss, 5. Ein junges Volk, 6. A.P.A.B., 7. Die Zeit ist reif + Medley. Im Thread (http://forum.thiazi.net/showthread.php?t=175068&page=1) ist allerdings nur zu erfahren, dass die Band aus Brandenburg kommt. Der erste Titel "Ode an Pasewalk" ist nicht unumstritten. Da wird über Teile der rechten Szene in Pasewalk übel hergezogen.

"Zum Scheißen zu blöd, viel dümmer als ein Blasebalg, Wer kann das nur sein? Die Vollidioten aus Pasewalk. Auch die Punker ohne Haar für Arbeit kein Interesse, wenn ihr sie seht, dann schlagt ihnen auf die Fresse! Schlagt ihnen auf die, auf die Fresse!" (http://forum.thiazi.net/showthread.php?t=179653)

Pasewalk (MV) und Brandenburg, das legt dann die Vermutung nahe, dass "Hallgard" aus Prenzlau und Umgebung kommen könnte. Belegt ist das bisher allerdings nicht.



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