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21.06.2012

Ein riesen Schritt

Bundeskriminalamt jagt Thiazi-Jünger in Prenzlau

Prenzau (ipr) Bei der bundesweiten Razzia gegen Unterstützer des rechtsextremen Forums "thiazi.net" hat das Bundeskriminalamt am vergangen Donnerstag auch eine Wohnung in Prenzlau durchsucht. Das bestätigte gestern die Staatsanwaltschaft Rostock.

Bei dem 24-jährigen Mann, dessen Wohnung in Prenzlau durchsucht wurde, soll es sich nach Informationen von gegenrede.info um ein Mitglied der uckermärkischen Nazi-Band "Jungvolk" handeln. Ihm wird wie allen Durchsuchten die Bildung einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen.

Einblick

Die vom "Strike Back Shop" im thüringischen Apolda 2011 produzierte erste CD der Band - "Der letzte Gang" - wurde zügig in die Liste B der jugendgefährdenden Medien eingetragen. Damit empfiehlt die Bundesprüfstelle ein absolutes Verbreitungsverbot.

Thematisch reichen die Texte vom Hauptthema Volkstod über Palästina, Ausländerfeindlichkeit, Blut- und Boden bis zum Überwachungsstaat. Ein abstraktes Antikriegslied wird von einer Frau gesungen. Die Stellungnahmen auf vier Seiten im Thiazi-Forum waren durchweg positiv bis begeistert. Wer sich ein paar Titel anhören will, kann das bei You Tube tun.

Im Booklet begründet die Band den Schwerpunkt Volkstod und dockt so inhaltlich ähnlich wie die "Oderfront" in Schwedt an die gerade verbotenen Nazi-Gruppierungen "Spreelichter" und "Die Unsterblichen" an: "Wir haben bewusst das ernste, aber dennoch ziemlich unbekannte Thema Volkstod gewählt. Von Seiten der Medien und Staatsorganen oft als ‚Lüge und Übertreibung’ abgestempelt. Aber dennoch mehr als wahr, das sollte sich jeder Mensch dieser Welt vor Augen halten! Wir werden gezielt durch Überfremdung, Benachteiligung, Verdummung oder auch Vergiftung in den Volkstod getrieben – schleichend, aber es geschieht." Mit diesem Thema schaffen sie es auch gleich in den Bericht 2011 des brandenburgischen Verfassungsschutzes.

Überblick

Der Schwerpunkt der von der Rostocker Staatsanwaltschaft veranlassten Durchsuchungen von 24 Wohnungen und Geschäftsräumen lag allerdings in Mecklenburg-Vorpommern und Baden-Württemberg. In Brandenburg wurden lediglich zwei Wohnungen durchsucht. Vier Personen wurden festgenommen.

Insgesamt werden 26 Personen im Alter zwischen 22 bis 64 Jahren aus dem gesamten Bundesgebiet beschuldigt. Sie stehen im Verdacht, im "Thiazi" - Forum mehr als 2400 Lieder zum Download angeboten zu haben. In den Texten wird zum Hass gegen Ausländer, Juden und Menschen anderer Hautfarbe aufgestachelt und zu gewalttätigen Übergriffen gegen diese aufgerufen. In dem Forum ist der Holocaust geleugnet und die nationalsozialistische Gewalt- und Willkürherrschaft verherrlicht worden.

"Thiazi", benannt nach dem Riesen in der germanischen Mythologie, diente der Nazi - Szene als Propaganda- und Vernetzungsinstrument. Das Forum zählte mehr als 20.000 Mitglieder, die sich in etwa 600 Diskussionsgruppen geäußert haben. Derzeit ist es im Netz nicht erreichbar.



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