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news >> 2014 >> 090427_01

27.04.2009

"gegenrede.info" mit juristischen Mitteln angegangen

Rechtsextremist erstattet Anzeige

Pinnow (ipr) Der Rechtsextremist Christoph Z. hat "gegenrede.info" beziehungsweise den presserechtlich Verantwortlichen für das Informationsportal, Peter Huth, wegen übler Nachrede angezeigt. Christoph Z. bezieht sich dabei auf den Artikel Geschichten aus dem letzten Jahr des "Nationalen Netztagebuches", der am 18.02.2009 auf der Website veröffentlich wurde.

Die von dem Jungnazi beanstandete Passage lautet : "Mit Christoph Ziese war ein junger Verwaltungswissenschaftsstudent aus Potsdam anwesend, der sich vorgenommen hatte, die zerfaserte Kameradschaftsszene der Uckermark neu zu organisieren und die Kameradinnen und Kameraden ideologisch zu schulen." In diesem Satz sieht Christoph Z. eine üble Nachrede. Der Satz ist Teil einer Passage, die Besucher eines "Ostara-Festes" benennt, das im April 2008 auf dem Grundstück der heutigen Kreistagsabgeordneten des Landkreises Uckermark, Irmgard Hack, in Uhlenhof im Nordwesten der Uckermark stattgefunden hatte. In diesem Jahr fand das Fest dort erneut statt.


Christoph Z. (vorne links) und Stefan Schulz (hinten rechts) am 1.5.2007
in Neubrandenburg foto: archiv
Am Samstag den 18. April, zwei Tage vor dem Geburtstag Adolf Hitlers, trafen sich einige Rechtsextremisten, um dort dem germanischen Brauchtum zu frönen. Ob Christoph Z. erneut unter den Anwesenden war, konnte bisher nicht recherchiert werden.

Peter Huth nimmt die Anzeige gelassen. Christoph Z. sei seit Jahren in der rechtsextremen Szene der Uckermark aktiv, führt er aus. Sein größter politischer Coup war nach Ansicht Huths im letzten September seine Ernennung zum Wahlvorstand in dem kleinen Örtchen Wollin, das zur Gemeinde Randowtal gehört. Dort erhielt die NPD 34 Prozent der Stimmen.

Auch in diesem Jahr sei Christoph Z. wieder im Sinne der NPD aktiv gewesen, weiß Huth zu berichten, sei es bei der großen Nazi-Demo im Februar in Dresden oder beim NPD-Aktionstag am 7. März in Prenzlau, wo er gemeinsam mit den Kameraden der "Hatecore Warriors Uckermark" Kevin M. und Michael S. gesichtet wurde.

Am 27. März war er in Wallmow bei der Vorführung des Filmes "Die Welle" von Dennis Gansel anwesend. Huth vermutet, dass ihn das Thema der anschließenden Diskussion, ob "Faschismus" in Deutschland wieder möglich sei, neugierig gemacht hatte. Gemeinsam mit ihm kamen der NPD-Kreistagswahlkandidat Stefan Schulz, von dem es heißt, dass er zum stellvertretenden NPD-Vorsitzenden des im Januar 2008 gegründeten Ortsbereiches Prenzlau avanciert sei, und der Wolliner Rechtsextremist K., der auch schon in diesem Jahr in Dresden mitmarschierte.

"Mit seiner politischen Biografie müsste er eigentlich stolz sein, einen solchen Satz zu lesen," polemisiert Huth, "dass er hier ein üble Nachrede sieht, muss einen anderen Grund haben. Vielleicht hat er durch die Veröffentlichungen über ihn auf "gegenrede.info" an seinem Studienort Potsdam Probleme."

Geschichten aus dem letzten Jahr des "Nationalen Netztagebuches"


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